POINGIN WORT UND BILD | ZUKUNFT

 

POING ist eine vom vauvau-verlag für inter­aktive lyrik 2017 ins Leben gerufene Antho­logie-Reihe, die alle zwei Jahre zu unter­schied­lichen Themen erscheint. Sie präsentiert Gemein­schafts­ar­beiten von Autoren­tandems, die sich medienübergreifend in Wort und Bild dialo­gisch begegnen. Dem Verlags­konzept entspre­chend bringen dabei alle Betei­ligten sowohl Bilder als auch Texte in die Arbeit ein.

Insgesamt erscheint die im zweiten Band der Antho­logie entworfene ZUKUNFT über die Genera­tionen hinweg eher zweifelhaft, keineswegs so verhei­ßungsvoll, wie es uns Vertreter der Werbe­branche, der New Economy oder Smart-Living-Visionäre verkaufen wollen. Die Beiträge nehmen diesbezüglich sehr unter­schied­liche kritische Positionen ein, ohne dabei ins allzu­be­kannt überzeichnet Apoka­lyp­tische abgleiten zu müssen.

Vielleicht gerade weil sich das Zukünftige unserem Zugriff entzieht, spüren die Bilder das Zukünftige im Gegen­wär­tigen auf und entwerfen von diesem Ausgangs­punkt neue Pläne und Zukunfts­kar­to­grafien, nutzen die visuell insze­nierten Alltagsobjekte spiele­risch als Progno­se­instru­mente.

Die Texte hingegen wagen in der Zeitachse den Blick zurück, zurück in die litera­rische Tradition, wie zum Beispiel zu Hölderlin oder in private Erinne­rungs­ar­senale. So wird der ganze Zeitstrahl in den Blick genommen und die Zukunft aus der Vergan­genheit und der Gegenwart extra­po­liert, vielleicht als altbe­kannte, sich nur wieder­ho­lende Zukunft, vielleicht auch als unwie­der­bring­licher Verlust, wenn zum Beispiel Bäume – ähnlich wie ausge­storbene Tiere im Zoo oder im Museum – nurmehr in privaten Erinne­rungs­ar­chiven oder lyrischen Sprach­re­ser­vaten überleben.